18.02.2009

Ohne Worte

Heute nicht viele Worte sondern ein paar Impressionen

Strand Sihanoukville morgens um sieben

Strand Sihanoukville bei Nacht

Am Rande des Bamboo-Trains

BambooTrain

Battambang

Ream Nationalpark





Nationalmuseum Phom Penh

Mein Abendessen gestern: sehr leckeres Chicken-Curry

Blick über Phom Penh

Phom Penh

Königlicher Wartesaal

16.02.2009

Von Wohlfühlmomenten

Zur Motivation zum Schreiben meiner Magisterarbeit hatte ich mir viele viele Massagen in Thailand versprochen. Dieser Ansporn wirkte zwar nur mässig, aber die Voraussetzungen für eine dringend benötigte professionelle Entspannungstherapie schuf ich mir durch zusammengesunkene und verkrümmte Körperhaltung.
In Thailand angekommen brauchte es genau 24 Stunden und ich lag auf der Liege in den Händen einer kleinen Thai-Masseuse. Angesichts der anderen "Patienten" taten mir die dort arbeitenden Frauen richtig leid, denn die Fleischberge, die neben mir lagen hätte nicht mal ich mit meinen grossen europäischen Händen zu fassen gekriegt.
Zum Anfamg gönnte ich mir 30 Minuten Thai-Massage, für 100 Baht, das sind etwas über 2€. Und davon war jeder Cent goldrichtig angelegt. Zum letzten Mal hatte eine Chiropraktiker so gekonnt meinen Rücken eingerenkt. Die kleine Thai-Frau schaffte es mit zwei-drei Drehungen und jeder Wirbel knackte und krachte wieder zurück an seinen Platz. Dann turnte sie noch auf meinem Rücken, Po und Oberschenkeln rum, zog und bog meinen Kopf solange, bis auch er nach ihrer Meinung wieder an der richtigen Stelle sass und liess auch meine Füsse nicht unbearbeitet. Nach gefühlten zwei Stunden Entspannung pur schwebte ich wie ein neuer Mensch zurück ins Hotel.

Zu Vergleichszwecken liess ich mich dann auch noch in Kambodscha massieren. Da ich in diesem Urlaub mein soziales Gewissen entdeckt habe, ging ich zu einer Einrichtung, in der Blinde und Sehbehinderte massierten. Diesmal gab es eine volle Stunde für 5$. Zu Beginn stieg ich in einen lustigen Schlafanzug-ähnlichen Zweiteiler, der mir natürlich viel zu klein war. Dann wurde ich noch gefragt, wie intensiv die Massage sein sollte und ein wenig übermütig verlangte ich eine 'strong massage'. Und genau das kriegte ich dann auch. Himmel, das waren Schmerzen. Der Masseur fand zielsicher alle Verspannungen und Verhärtungen und knetete solange an ihnen herum, bis alles gelöst war. Und wo er alles etwas fand, dass seiner Meinung nach nicht in Ordnung war... Wusste gar nicht, dass ich dort Muskeln besitze. Im Vergleich zur Massage in Bangkok war diese um einiges schmerzhafter aber auch um ein vielfaches effektiver. Danach hatte ich keine Kopfschmerzen mehr, meine Schulter, die schon seit fast einem Jahr bei bestimmten Bewegungen knackte, ist auf einmal ganz ruhig. Und während ich beim ersten Mal noch nach Hause schwebte kroch ich diesmal zwar eher, aber dafür war der Oh-ja-Effekt am nächsten Morgen viel besser, als zuvor in Thailand.

Um die Wohlfühlmomente noch auszuweiten, wird morgen mal eine Fussmassage mit Pediküre ausprobiert. Wäre doch gelacht, wenn ich trotzt meines an Gewichts schon beträchtlich zugenommenen Rucksacks nicht absolut entspannt wieder nach Hause kommen werde.

06.02.2009

Von Atemnöten

Bisher hielt ich Raucher immer fuer ungehobelte Egoisten, die mir mit ihrer Sucht nicht nur die Laune, sondern auch meine Klamotten verderben.
Das war bis heute: angekommen in Battambang habe ich erfahren, was Smog und Feinstaubbelastung wirklich bedeuten. Ueber dieser Stadt liegt ein Dunstschleier, der sich jeder Beschreibung erwehrt. Das Atmen fällt schwer, der Kopf schmerzt, die Augen tränen und selbst die Flucht auf die Hotelterasse auf dem Dach bringt keine Erloesung. Ueberall breiten sich die Abgase aus, sie kriechen in alle Poren und lassen einen Abend in einer Raucherkneipe wie eine Frischluftkur an der Ostsee erscheinen. Es sind nicht nur die TukTuks, die zu diesem extremen Luftverhältnissen beitragen; am schwersten wiegt die Art der Muellbeseitigung: es wird ueberall alles verbrannt. Am Strassenrand lodern kleine Plasteberge und verpesten die Luft so dermassen, dass man sich wuenscht, man hätte eine Atemschutzmaske ins Gepäck getan. Ich dachte ja, mit der Abreise aus Bangkok sei die schlimmste Luft hinter mir geblieben. Mitnichten. Darum bleibt einem nur die Flucht aufs Land, raus aus dem Moloch. In Hoehlen und auf Berge, egal, nur weg.

05.02.2009

Von Weltdörfern, Gesängen und einem Fahrrad

Die erste Woche Asien liegt hinter mir. Mittlerweile bin ich in Kambodscha und die Eindruecke erschlagen einen fast.

Der Strassenverkehr ist abenteuerlich, das ein oder andere mal fuerchtete ich um mein Leben, etwa als unser Taxifahrer Huegel auf der Strasse, die eigentlich das Langsamfahren erzwingen sollen, als Sprungschanzen nutzte. Oder als ich mit dem Fahrrad durch Angkor fuhr und ein Tuk Tuk mir die Vorfahrt nahm (oder ich ihm?) und ich mit einem Fuss schon im Anhaenger stand. Da macht man am besten nur die Augen zu und freut sich, wenn man heil am Ziel angekommen ist. Dazu haben wir das zweifelhafte Glueck, immer sehr zuegige Fahrer zu erwischen...ich bin mittlerweile aufs Fahrrad umgestiegen: der Hintern tut zwar am Abend ziemlich weh, aber es gibt einfach keine bessere Art der Fortbewegung. Und wenn man einfach wie in Berlin faehrt, dann kann man nichts falsch machen.

Auf den Strassen von Angkor begleitet einen auf der Fahrt immer ein stetiger Singsang der Kinder am Wegesrand: hey ladie...wanna cold drink? just one dollaar. pleaze.
So beeindruckend schoen die Tempel von Angkor auch sind, die kleinen Kinder, die einem am Eingang Wasser, Karten, Buecher, Tuecher, Schmuck usw. verkaufen wollen, lassen das schlechte Gewissen nie ruhen. Am liebsten wuerde ich ihnen alles abkaufen, damit sie zur Schule gehen und etwas lernen koennten. Teilweise sind die Kleinen erst 4 Jahre alt, koennen aber schon bis zehn in sechs verschiedenen Sprachen zaehlen und mir die Vorteile einen Shirts aus 100% Baumwolle auf deutsch erklaeren.


Die Gesichter von Bayon

Sonnenuntergang in Angkor I

Sonnenuntergang in Angkor II

Sonnenuntergang in Angkor III


Bayon
Ach ja, und wer wissen will, wo sich Herr Thierse grade aufhaelt: vor zwei Tagen traf ich ihn in Ta Prohm...die Welt ist eben doch ein Dorf.

01.02.2009

Von Demonstrationen

In Bangkok angekommen. Die Hitze erschlaegt einen, selbst Abends um 9 Uhr ist es noch unertraeglich schwuel-warm. Wie gut, dass ich meinen Rucksack nicht tragen musste. Warum? Nun, er beschloss noch ein wenig laenger in Dubai bleiben zu wollen. Mittlerweile ist er aber wieder sicher bei mir angekommen. Die Stadt verwirrt mich sehr. Normalerweise ist mein Orientierungssinn recht ausgepraegt, aber in Bangkok weiss ich nie wo ich bin, noch wie ich da hinkomme, wo ich hin will. Wie gut, dass ich die ersten Tage nur mit ziellosem Umherschlendern verbringe. So lande ich an allen moeglichern und unmoeglichen Ecken, bleibe aber weit weg von den Touristen. Es ist faszinierend: sie scheinen sich nur in zwei Strassen aufzuhalten.
Ich versuche meinen Weg lieber abseits davon zu finden. So landet man dann mitten in einer Kundgebung der Opposition. Laut DW waren es 40.000, die einheimischen Zeitungen schrieben 20.000 Menschen, die gestern erst auf einem Platz, dann durch die grossen Strassen maschierend, gegen die thailaendische Regierung protestierten. Schnell hatte man ein Plakat in die Hand gedrueckt bekommen und war mitten drin und ein Teil der Bewegung. Ich hoffe nur, es gibt keine Beweise...nicht dass man mir im Februar die Einreise verweigert.